Am Wochenende haben wir Buenos Aires zum ersten Mal seit unserer Ankunft den Rücken gekehrt und einen Ausflug in die Stadt
Tigre gemacht. Sie grenzt direkt an das Flussdelta des Río Paraná und liegt etwa 30 km nördlich von Buenos Aires. Mit dem Zug erreicht man Tigre ganz leicht vom Bahnhof Retiro aus (kostet umgerechnet ca. 0,40 €) oder auch mit dem "Tren de la Costa" (ca. 1,- €), der zwar eine schönere Strecke, aber tatsächlich kaum in Sichtweite der Küste entlang fährt.
In Tigre angekommen, ist es nicht weit zur "Estación Fluvial", dem Hauptanleger der
"lanchas colectivas", der Wasserbusse, mit denen man sich am besten im Flussdelta bewegt. Als wir dort ankamen, hatte die "boletería", der Fahrkartenschalter geschlossen und sollte erst 2 Stunden später wieder öffnen. Beim frustierten Entlangwandern an der Uferpromenade hatten wir dann aber Glück und konnten uns mit einer Gruppe Mädels ein Wassertaxi teilen und so vor Sonnenuntergang noch in unserem Hostel auf einer der kleinen Inseln einchecken.
Am nächsten Tag starteten wir dann sehr früh und endlich mit einem der Wasserbusse auf eine Tour durch die vielen Kanäle des Deltas. Es offenbarte sich eine wunderschöne, teils sehr gepflegte, teils naturbelassene Insellandschaft mit vielen süßen Häusern und Bootsanlegern. Auf der
Insel "Rama Negra" ließen wir uns absetzen, aßen im Hotelrestaurant
"Alpenhaus" eine Kleinigkeit (kein Witz!) und wanderten anschließend den kleinen Pfad entlang, der am Rande der Insel durch die Vorgärten der zumeist sehr hübschen kleinen Häuser verläuft. Hier musste sich übrigens zum ersten Mal das Mückenspray bewähren. Mistviecher!
Um von einem Wasserbus wieder mit zurück genommen zu werden, muss man auf einem der Stege warten bis einer vorbeikommt, der in die richtige Richtung fährt und ihn dann heranwinken. Boote, die nicht in Richtung Tigre unterwegs sind, halten auch nicht an, um dich mitzunehmen. Um an Bord zu kommen, muss man etwas springen, denn die Schiffe haben keine Zeit, um jedesmal richtig vertäut zu werden.
Gen Nachmittag zogen Wolken auf und wir beschlossen, den Heimweg anzutreten. Eine gute Entscheidung, wie sich herausstellte.
Unser Fazit für Tigre: Die Fahrt durch das Flussdelta lohnt sich auf jeden Fall, ebenso wie eine kleine "Wanderung" auf einer der größeren Inseln. Eine Übernachtung macht nur Sinn, wenn man eine wirklich schöne Unterkunft auf einer der Inseln findet und dort eventuell auch Kanuausflüge oder andere Angebote nutzen kann. Ansonsten reicht auch ein Tagesausflug nach Tigre und in das Delta.