Dienstag, 23. Dezember 2014
Rosario (11.-13. Dezember '14)
Die Busfahrt von Retiro, dem Bus- und Zugbahnhof in Buenos Aires, nach Rosario kauften wir direkt vor Ort und sofort vor Abfahrt, da wir wussten, dass jede halbe Stunde ein Bus abfährt. Vor Ort zu kaufen ist nach meiner Erfahrung auch immer günstiger, allein wegen des besseren Kurses, den man mit Bargeld ja bezieht. Die Fahrt dauerte ca. 4 Stunden. In Deutschland eine lange Zeit, ist das hier eher eine Spazierfahrt und lässt sich mit "Semicama", zu deutsch "halbes Bett", also einem Sitz, der sich relativ weit nach hinten kippen lässt, ganz gut aushalten. An dieser Stelle der Tipp: Unbedingt immer warme Klamotten anziehen, evtl. dicke Socken und sogar einen Schal. Die Busse werden sehr stark klimatisiert. Das Kissen der Airline vom Hinflug leistet mir auf den langen Busfahrten übrigens immer noch gute Dienste.

In Rosario wurden wir von unserem neuen Host Cristian am Terminal abgeholt. Und schon wieder hatten wir großes Glück mit dem Couchsurfing. Cristian hat ein tolles Haus, ist sehr zuvorkommend, unkompliziert und lustig. Dass wir am "Tag des Tangos" in Rosario ankamen, wussten wir erst gar nicht, aber Cristian, ein begnadeter Tangotänzer, nahm uns gleich am Abend mit zu einer "Milonga". Die Bar hieß übrigens "La Chamuyera", das ist ein Wort aus der Tangoszene und als Verb benutzt, heißt es so viel wie "bezirzen". Meine erste Tangoerfahrung in Argentinien! Toller Tanz! Obwohl ich nur ein paar Schritte kann, wurde ich in der Bar des Öfteren aufgefordert und eine Regel beim Tangotanzen lautet: Man darf die Aufforderung zum Tanzen nicht ablehnen. Das war ein sehr schöner Abend und ich will nun unbedingt noch mehr Tango lernen!

Am Freitagnachmittag nahm uns Cristian mit zum nahegelegenen Wochenendhaus seiner Familie. Mit Pool! Perfekt, den an dem Tag war es richtig, richtig heiß.





Abends waren ein paar Freunde von ihm eingeladen und bei dem für Argentinien so typischen "Asado" wurde geredet, getrunken und gelacht.

Den Samstag verbrachten Oli und ich mit Sightseeing in Rosario. Wir besuchten als erstes El Monumento Histórico Nacional a la Bandera.







Eingeweiht wurde es am 20. Juni 1957, dem Todestag von Manuel Belgrano, dem Schöpfer der argentinischen Flagge. Auf einer Insel auf der anderen Seite des Flusses wurde am 27. Februar 1812 zum ersten Mal die argentinische Flagge gehisst.

Wegen der großen Hitze schaften wir es gerade noch kurz zur Küste des Rio Paraná und danach zum relaxen in den Parque de la Independencia. Am Nachmittag trafen wir uns mit Cristian zum Eisessen bei "Yomo", einer super leckeren Eisdiele.

Fun Fact: Rosario ist nicht nur die Heimatstadt des argentinischen Fußballstars Lionel Messi, (ich wurde am Hochhaus vorbeigefahren, in dem er ein Apartment hat), sondern auch krass fußballverrückt. Es gibt zwei Mannschaften in Rosario, die sich gegenseitig natürlich auch überhaupt nicht leiden können: "Rosario Central" und "Newell's Old Boys". So ist nicht nur in Cristians Haus alles in blau und gelb gehalten (die Farben von Rosario Central), sondern teilweise ganze Stadtteile in den Farben gestrichen: Bürgersteige, Hauswände, Leitplanken, Laternenpfähle, Müllcontainer...



Oli beschloss spontan, abends schon weiter zu fahren, da er auf dem Weg noch eine weitere Stadt anschauen wollte. Wir verabredeten locker, uns in Posadas wieder zu treffen.

Abends lernte ich auf einer Party in den Kunsthallen an der Küste noch Cristians Cousin und einige Freunde kennen. Getanzt wurde neben bekannten Oldies wiederum natürlich Cumbia und ein wenig Swing. Verrückt. Sonntag relaxten wir noch an einem der Strände am Rio Paraná, bevor ich abends die 15-stündige Übernachtfahrt nach Posadas antrat.