Freitag, 2. Januar 2015
Puerto Iguazú (17.-20. Dezember '14)
Die Fahrt von Posadas nach Iguazú dauerte nicht sehr lang und war die angenehmste, die wir je gemacht haben. Wir saßen ganz vorne oben und hatten somit einen wunderbaren Ausblick auf die sich langsam in Richtung Urwald verändernde Landschaft.

Puerto Iguazú selber ist ein süßes, wenn auch sehr touristisches Städtchen. Unser Hostel, das Marcopolo Inn lag direkt gegenüber des Busbanhofes und war auch sonst echt nett. Mit kleinem Pool, den wir wegen der Hitze auch oft benutzten und schöner Küche im Freien. Wir lernten gleich in den ersten Minuten Miguel kennen, der im Hostel immer die Nachtschicht besetzt und mit ihm zusammen gingen wir sofort daran, die Stadt zu erkunden. Unser erstes Ziel war eine Art Markt, wobei hier aber ein Häuserblock gemeint ist, in dem aus den offenen Fronten der Häuser heraus verkauft wird. Überall finden sich Sitzgelegenheiten, um auf ein Bier und Oliven mit Salami, Käse und Brot zu verweilen, was wir auch direkt taten. Dabei lernten wir Cristiano und Severin kennen und wurden für Sylvester gleich mal nach Rio eingeladen. Jackpot!



Da die Sonne nun langsam unterging und es endlich angenehm warm wurde, erkundeten wir noch die Gegend am Fluss rund um das Dreiländereck Argentinien, Brasilien und Paraguay.





Gleich am nächsten Tag standen wir sehr früh auf, um die argentinische Seite der Wasserfälle zu besichtigen. Das Wetter dafür war fantastisch, leicht bewölkt und somit nicht brütend heiß, aber trotzdem ab und an Sonne. Eigentlich war für den Tag Sturm und Gewitter angesagt gewesen und auch die nächsten Tage sollten regnerisch und nicht heiß werden. Ich kann nur jedem empfehlen in Iguazú ausnahmsweise mal nicht auf die Wettervorhersage zu achten. Die Wasserfälle waren dann auch sehr beeindruckend.









Da die Strecke zum Garganta del Diabolo leider aufgrund der vorherigen Regenfälle gespeert war, machten wir sogar eine kleine Bootstour, bei der man zwar den Teufelsschlund nur von Weitem sehen konnte, aber dafür bis auf die Unterwäsche nass wurde.







Faszinierend waren zudem, die exotischen Tierarten, die wir im Nationalpark antrafen. Ständiger Begleiter auf den Wegen zwischen den Wasserfällen waren die Coatis, die hier keinerlei Scheu mehr vor dem Menschen haben.





Ab und an bekamen wir eine der bunten Urracas zu Gesicht



oder einen Lagarto.



Andauernd zu hören, aber nur selten zu sehen, waren Zikaden.



Am Nachmittag entschlossen wir uns spontan dazu, den etwa 3,5 km langen Sendero Macuco zum Salto Arrechea durch den Wald zu wandern. Am Ende erwartete uns dann auch ein schönes Fleckchen mit einem Wasserfall und Bademöglichkeiten. Zwar hatten wir keine Badesachen mit, aber es war ja warm genug, um auch von alleine wieder zu trocken.





Auch wenn man für die Besichtigung der brasilianischen Seite dann nur noch den halben Preis gezahlt hätte, beschlossen wir die folgenden beiden Tage im Hostel und mit kurzen Ausflügen in die Stadt zu verbringen. Wir lernten noch einen Inder, eine Engländerin, einen Kanadier und einen Argentinier kennen und verbrachten einen lustigen Abend mit Kochen, Sangria trinken, schwimmen und Tischtennis.

Gegen Mittag des dritten Tages brachen wir dann nach Brasilien auf. Unser Bus gen Sao Paulo fuhr ab Foz de Iguaçu, der brasilianischen Grenzstadt. Die Grenzüberschreitung lief ohne Probleme, dauerte aber ziemlich lange, da man von dem einen Bus an der grenze abgesetzt wird und nach dem ganzen Papierkram dann auf den nächsten Bus warten muss. Hier trafen wir witzigerweise zwei Deutsche wieder, die wir im Hostel in Buenos Aires kennengelernt hatten. Verrückt!

Danach klappte alles, trotz der Verständigungsprobleme, mit denen wir plötzlich zu tun hatten, problemlos. Wir waren auch Gott sei Dank so zeitig los gefahren, dass uns selbst die Stunde, die wir aufgrund der Zeitverschiebung verloren und an die wir gar nicht mehr gedacht hatten, nichts ausmachte. Wir fuhren in einem ziemlich unbequemen Bus (es gab nur semicama!) über Nacht bis in die Nähe von sao Paulo, stiegen dann an einer Raststätte Nähe Botucatu aus, nahmen einen Bus nach Botucatu und wurden dort von unserer deutschen Freundin Bianka und ihrer Familie abgeholt.