Botucatu ist mit ca. 130.000 Einwohnern eigentlich eine relativ große Stadt, die aber durch die vielen kleinen, einstöckigen Häuser wie eine Kleinstadt anmutet. Bianka wohnt mit ihrem Mann Carlos und ihrem drei Monate alten Sohn Arthur auf einem kleinen Hof ein wenig außerhalb.
Ende des Jahres ziehen sie aber um, da das Grundstück verkauft werden soll. Der Arbeitsbetrieb wurde bereits eingestellt und so hatten sie viel Zeit für uns. Es gibt hier noch zwei Hunde, eine Katze und mehrere Hühner.
Es soll auch Vogelspinnen und andere große und giftige
Spinnen geben, die sogar springen können! Mein Albtraum! Bis jetzt war aber noch nichts zu sehen und ich entspann mich langsam, aber unters Bett gucken wir trotzdem jeden Abend! Dafür gab es auf der Terasse schon fußballgroße
Riesenkröten (eine hat nur ein Auge und sieht verdammt gruselig aus),
Tausendfüßler, die so lang sind wie eine große Hand
und jede Menge geflügelte Viecher und natürlich kleinere Spinnen, die aber trotzdem größer sind, als alles, was ich je gesehen habe und sehen wollte. Trotzdem ist es hier einfach wunderschön! Und es gibt ja auch schöne Tiere, wie zum Beispiel
Tucane und
Kolibris.
Wir leben hier so richtig in den Tag hinein und sind froh nach dem ganzen Rumgereise auch mal wo angekommen zu sein.
Und dann kam
Weihnachten. Ich konnte mir das wähend der gesamten Reise schon nicht vorstellen und das wurde auch hier nicht besser. Am 24.12. war das Wetter super schön und wir beschlossen einen Ausflug in die Stadt zu machen. Wir besichtigten den
alten Bahnhof
und danach das
Unigelände von Botucatu.
Hier pflückten wir frische
Mangos,
übten ein bisschen den brasilianischen Kapftanz
Capoeira,
sahen
Riesenbambus
und
Bananen
und
Schildkröten.
Später zu Hause saßen wir auf der Terasse, tranken
Caipis mit Limetten vom Limettenbaum im Garten und machten
Weihnachtsfotos. Schöner komischer Tag!
Am
1. Weihnachtsfeiertag waren wir bei Carlos Eltern eingeladen. Wir aßen bis wir nicht mehr konnten und fuhren abends noch auf einen Aussichtspunkt, von dem man einen herrlichen Blick über die Landschaft hatte.
Am
2. Weihnachtsfeiertag fuhren wir auf die
Demetria. Das ist ein sehr weitläufiger Stadtteil von Botucatu, auf dem sich viele Höfe befinden. Vor gut 22 Jahren machten meine Eltern auf einem davon, dem Sitio Bahia, im Zuge ihres Studiums ein Praktikum und nahmen mich mit. Selbstverständlich wollte ich diesen Platz unbedingt wieder sehen. Wir trafen sogar den damaligen Besitzer Paulo und seine Frau an!
Später machte ich mich noch mal allein auf den Weg und erkundete das Gelände des
Sitio Bahia, dass heute sicher ganz anders aussieht als damals.
Während unseres 10-tägigen Urlaubs bei Bianka und Carlos machten wir noch mehrer
Ausflüge. Einmal einen abendlichen Trip zu einer hübschen Kapelle mit Aussicht über Botucatu. Unterwegs hielten wir an einem Restaurant und kauften eine Art fritierte Calzone. Super lecker, kann man aber nicht ohne ein schlechtes Gewissen essen.
Das nächste Mal fuhren wir zu einem Aussichtspunkt, von dem man einen fantastischen Blick über das Land und eine Felsformation hatte, die aussieht wie ein liegender Riese.
Ansonsten verbrachten wir die Tage mit in der Sonne liegen und braun werden, zumindest für 10 Minuten pro Tag, mit schwimmen und
"Truco" spielen, ein in Argentinien und Brasilien sehr verbreitetes Kartenspiel.
In der Nacht vom 30. auf den 31. Dezember reisten wir ab und fuhren wiederum per Bus, diesmal aber deutlich komfortabler, nach
Rio de Janeiro.