Donnerstag, 15. Januar 2015
Rio de Janeiro (9. Januar '15)
Gleich am nächsten Tag brachen wir erneut nach Rio auf. Wir hatten uns dort am Nachmittag mit ein paar Leuten verabredet, die wir tags zuvor auf dem Zuckerhut kennengelernt hatten: Wiederum ein deutsch-brasilianisches Pärchen (Laura aus Deutschland und Felippe aus Brasilien) und den Brasilianer Gustavo, der gerade in Deutschland studiert und somit super Deutsch spricht. Gustavo hatte uns vorgeschlagen, uns eine der Favelas von Rio zu zeigen. Und so machten wir uns zu fünft auf den Weg nach Rocinha.



Direkt gegenüber eines Einganges in die Favela befindet sich eine Bushaltestelle. Dort stiegen wir aus. Auf den kleinen Straßen von Rocinha gibt es unglaublich viel zu sehen - dutzende Straßenverkäufer, die kleinen, aber oft mehrstöckig und abenteuerlich gebauten Häuser, hunderte von Läden, teils einfach in die Häuserfassade integriert, teils supermodern. Alles in allem ganz anders, als ich erwartet habe.

Wir gingen etwa 100 Meter in die Favela hinein, um auf die Hauptstraße zu gelangen. Auf dieser, doch auch immernoch relativ schmalen Gasse, herrschte unglaublich viel Verkehr, hauptsächlich Motorräder, danach Autos, Lieferwagen und sogar Busse! Wir winkten nach und nach fünf Motorradtaxen heran und ließen uns in einer spektakulär wilden Fahrt auf den Berg hinauf zu einem Aussichtspunkt bringen.



Den Weg zurück wollten wir laufen, um einen noch besseren Eindruck von der Gegend zu bekommen. Wir entschieden uns dazu, nicht die Hauptstraße zu nehmen, sondern in all die kleinen Gassen, Treppen und Gänge einzutauchen. Schließlich landeten wir, obwohl wir vorher zwei Polizisten nach dem Weg gefragt hatten, in einer Sackgasse, in der ein paar Leute uns unter viel Gelächter in eine andere Richtung schickten. Felippe und Gustavo schworen danach, einer der Männer hätte eine Pistole in der Hand gehabt. Na wie gut, dass ich das nicht bemerkt habe.



In einer der sich auf abenteurliche Weise zwischen den Häusern hindurchwindenden Gassen machten wir Halt, um in einer kleinen Bar ein paar Biere zu trinken.



Als es langsam dunkel wurde, machten wir uns wieder auf den Weg nach Itacoatiara, aber nicht, ohne vorher in dem Partyviertel Lappa noch etwas zu essen und die vielen verschieden Geschmackssorten Cachaça auszuprobieren.



Rio de Janeiro (8. Januar '15)
Relativ früh morgens machten wir uns von Itacoatiara auf den Weg nach Rio. Vom Busterminal in Niteroi kann man die Fähre nehmen und da bot sich uns zum ersten Mal der Blick auf die Skyline von Rio.





Als erstes stand die Besichtigung des Cristo Redentor auf unserem Touriplan. Dafür nahmen wir zunächst die Metro bis zur Haltestelle Largo do Machado und von da aus brachte uns ein kleiner Van bis hoch auf den Corcovado, den Berg mit der berühmten Christus-Statue. Weil es ein normaler Wochentag war, mussten wir auf dem Hin- und Rückweg jeweils nur etwa eine halbe Stunde anstehen, am Wochenende muss es furchtbar voll sein. Auch so muss man unterhabl der Statue aufpassen, das man nicht auf einen Touristen tritt, der sich auf den Boden gelegt hat, um ein Foto von seiner Freundin zu machen, die mit ausgebreiteten Armen vor der Monument posiert.



Dort oben, unter der 38 Meter hohen Christus-Statue, habe ich mich in Rio verliebt. Eine wunderschöne Stadt:









Auf dem Rückweg in der Warteschlange lernten wir ein junges Ehepaar kennen, er aus Deutschland und sie aus Brasilien. Wir beschlossen spontan unser Touri-Programm für diesen Tag auszubauen und die beiden, Nathalia und Marcel, noch in ihrem Auto zum Zuckerhut zu begleiten.



Eine Seilbahn bringt die Besucher zunächst auf den vorgelagerten Hügel Morro da Urca und von da aus direkt zum Gipfel des Pão de Açúcar. Am Fuss der Hügel angekommen, entschieden wir uns dazu, den ersten Streckenabschnitt zu laufen. Der Aufstieg dauerte nicht lange, war aber aufgrund der Hitze ganz schön anstrengend, vor allem da die anderen beiden viel fitter waren als wir und den Berg quasi hoch joggten. Dafür sahen wir ein paar kleine Affen. Als wir Deutschen begeistert stehen blieben, um sie zu fotografieren, schüttelte Nathalia nur den Kopf und sagte sowas wie: "Stimmt ja, ihr seid ja das Land ohne Affen. Komisch!" Hihi.





Oben angekommen erfuhren wir, dass es dort nicht möglich ist, ein Seilbahnticket zu kaufen. Weder rauf zum Zuckerhut, noch runter zur Seilbahnstation. Da es bereits nach 19.00 Uhr war, konnten wir aber kostenlos wieder runter fahren. Dort kauften wir dann ein Ticket, fuhren auf den Morro da Urca zurück, stiegen in die zweite Seilbahn, fuhren rauf zum Zuckerhut und waren gerade pünktlich zum Sonnenuntergang dort! Jeder dunkler es wurde, desto besser konnte man den Cristo sehen, der nachts hell erleuchtet hoch über der Stadt zu sehen ist.







Wir beschlossen im malerischen, auf einem Hügel gelegenen Stadtteil Santa Teresa noch gemeinsam etwas zu essen und danach machten wir uns auf den Rückweg nach Itacoatiara.