Nach diesem langen und bequemen Aufenthalt ging meine Reise schließlich weiter auf die
Ilha Grande. Mit dem Bus fuhr ich bis
Angra dos Reis und nahm dort die Fähre zur Insel. Man kann auch aus
Conceição Jacareí anreisen. Die Entfernung zur Insel ist von dort aus wesentlich kürzer. Alle Fähren bringen einen nach
Abraão, die einzige Stadt auf der Insel, in der sich auch (fast) alle der unzähligen Hostels und Pousadas befinden. Das Dörfchen hat kaum eine richtige Straße, aber genau das macht auch den Charme der Insel aus.
Ich lernte gleich ein paar Leute kennen, mit denen ich abends ein Konzert anhörte und ein paar Caipis trank. Am nächsten morgen wäre ich dann lieber nicht aufgestanden, war aber mit einem Argentinier verabredet, um zu dem berühmtesten Strand der Insel,
Lopes Mendes, aufzubrechen.
Die erste Etappe geht, in meinem Tempo, mindestens eine halbe Stunde steil bergauf und ich war völlig fertig, als wir den ersten kleinen und wunderschönen Strand erreichten, wo ich mich erstmal im Meer abkühlte.
Der zweite Abschnitt war dann erheblich einfacher und wiederum erwartet uns am Ende ein atemberaubender Strand.
Den letzten Teil der Strecke schaffte ich dann auch noch und so erreichten wir nach ca. 2,5 Stunden unser Ziel. Der Strand ist wirklich super schön, aber dafür natürlich auch sehr frequentiert. Da er sich aber über etwa drei Kilometer erstreckt, verläuft sich die Menschenmasse bald.
Nach Lopes Mendes kann man sich für 15 R$ pro Strecke auch mit dem Boot bringen lassen, da ich aber unbedingt ein bisschen Sport treiben wollte, wanderten wir auch wieder zurück. Danach war ich so ko, dass ich mir für den nächsten Tag frei gab und nur ein bisschen im Dorf herumlief.
Gegen Abend bemerkte ich die ersten Zeichen einer aufkommenden Krankheit und ging früh ins Bett. Das half aber nicht, ich erwachte mit Fieber und Halsschmerzen und war froh, als mich mein Mitbewohner Sergio zum Arzt begleitete und mir übersetzte. Wie sich herausstellte hatte ich zwei Infektionen gleichzeitig, musste Antibiotika nehmen und lag noch zwei Tage lang flach.
Danach wollte ich unbedingt meine restlichen zwei Tage auf der Insel nutzen und wagte zusammen mit Sergio einen kleinen Spaziergang zu einem alten
Aquädukt in der Nähe.
Danach gingen wir noch kurz am Strand von Abraão schwimmen.
Für den letzten Tag buchten wir eine Bootstour rund um die Insel, um auch die sonst nur schwer zu erreichenden Strände mal gesehen zu haben. Wir fuhren mit einem kleinen, sehr schnellen Speedboot, sodass allein schon die Fahrt durch die Wellen Spaß machte. Die vier Strände, an denen wir stoppten, waren alle wunderschön und an jedem gab es Gelegenheit zu
schnorcheln. Die Ausrüstung wurde vom Boot gestellt. Das war für mich eine ganz neue Erfahrung und ich wünschte ich hätte eine Unterwasserkamera gehabt. Ich sah, laut dem erfahrenen Taucher Sergio, einige der großen
Engelfische,
Trompetenfische, ein fußballgroßes, knallig lilafarbenes Krebstier, zwei
Schildkröten, mit denen wir eine zeitlang mitschwammen und jede Menge andere bunte Fische.
Für meine Weiterreise nach
Paraty buchte ich den
Easy Transfer, der ein wenig teurer ist, als eine normale Busverbindung, mich aber vom Pier auf der Ilha Grande direkt vor die Tür meines neuen Hostels in Paraty brachte.